80 Jahre Vereinsgeschichte

zusammengestellt von Erich Hoffmann und Michaela Trometer

Jahrhundertwende

Es waren bewegte Zeiten. Der Umbruch von Monarchie zur Demokratie. Die Industrialisierung und damit Schaffung von Arbeitsplätzen trieb die Menschen in die Städte. Das Leben verlief in tristen Hinterhof-Wohnungen, mit wenig Wohnraum und einfachsten Lebensbedingungen.

1895

Als am 17.03.1895 Lehrer Schmiedl, wohlvertraut mit den schwierigen Lebensbedingungen in der Stadt Wien, mit seinen Freunden durch den Wienerwald marschierte, kam ihnen die zündende Idee. Sie wollten die Stadtmenschen mit den Schönheiten der Natur vertraut machen und ihnen so ein Licht in ihrem Schattendasein bieten.>

Im Sept. 1895 kam es dann zur Gründungsversammlung der “Naturfreunde” bei der Alois Rohrauer zum Obmann gewählt wurde.

1899

Dem Aufruf zum „Arbeiter-Wandern“ folgten in den nächsten Jahren fast 10 000 Wiener. Walzende Handwerksburschen brachten den Naturfreundegedanken dann 1899 bereits nach Deutschland.

1924 - 1935

Zu uns nach Aichach kam der Naturfreundegedanke 1924. Am 26.01.1924 traf sich eine interessierte Gruppe zur Gründungsversammlung der Ortsgruppe des Touristenvereins “Die Naturfreunde” aus der der Lehrer Peter zum 1. Ortsgruppenvorsitzenden gewählt wurde. In 1200 Arbeitsstunden wurde im Grubetwald in Oberschneitbach die 1. Hütte gebaut, die am 14.09.1924 eingeweiht wurde.

Für den aufstrebenden Verein war diese Hütte sehr schnell zu klein. Identisch mit dem heutigen Vereinsgelände wurde 1931 für 500 Reichsmark ein neuer Platz gekauft, wo 1932 die 2. Hütte erstellt wurde.

Inzwischen wurde “Peter” von “Anton Kopp” als 1. Vorsitzender abgelöst.

Mit Hitlers Machtergreifung am 31.01.1933 war zunächst die Freude über den Besitz eines eigenen Vereinshauses vorbei. Am 30.11.1933 wurde der gesamte Besitz des Vereins eingezogen. 1934 brannte das Gebäude, das die SA zu Trinkgelagen verwendete, vollständig ab. Am 11.03.1935 wurde der Verein zwangsweise aufgelöst.

Doch der Naturfreundegedanke lebte in den Herzen der Menschen weiter.

1950 - 1960

Nach den Wirren des Krieges fand man sich bereits am 17.02.1949 wieder zusammen und stellte eine neue Satzung auf, die am 06.01.1950 im Gasthaus Stemmer in Aichach beschlossen wurde. Am 26.01.1950 bestätigte das Amtsgericht Aichach die Eintragung in das Vereinsregister. Mit dem neuen 1. Vorsitzenden Albert Reutter konnte das neue Buch der Vereinsgeschichte begonnen werden.

Am 13.09.1950 bekam der Verein auch das enteignete und an die Gemeinde Oberbernbach verkaufte Grundstück am Grubet zurück.

Nachdem die Brandversicherung DM 2000.- erstattete, konnte mit dem Bau der 3. Hütte begonnen werden, den die Mitglieder in 3000 Arbeitsstunden fertig stellten.

Am 15.06.1953 feierte der Verein das erste Sonnwendfeuer und 1954 erfolgte die feierliche Einweihung des Vereinsheimes. Gleichzeitig konnte die Vorstandschaft auf das 30-jährige Bestehen des Vereins zurückblicken, von denen leider 17 Jahre von Zwangsauflösung und Verbot geprägt waren.

Im 1. Jahr wanderten bereits 1500 Gäste auf einem Hohlweg vom Bahnhof in Aichach über Algertshausen zum Naturfreundehaus am Grubet.

Nach den Vorsitzenden Reutter, Gollwitzer und Fischer übernahm 1956 Karl Kraus die Vereinsgeschäfte. In seiner Amtszeit wurde in fünfwöchiger Bauzeit ein Brunnen mit 109 Metern Tiefe gebohrt. Der Verein zählte damals 45 Mitglieder.

Am 06.01.1957 übernahm Konrad Mitterhuber die Leitung des Vereins, dessen fast 30-jährige Amtszeit als Vorsitzender damit begann. 1958 bestanden bereits 5 Fachgruppen: Jugend-, Wander-, Naturkunde-, Foto- und Musikgruppe.

Der Verein erfreute sich zunehmender Bekanntheit und konnte bereits das 100. Mitglied in seinen Reihen begrüßen.

1960 - 1970

Unter der bewährten Führung von Konrad Mitterhuber wurde 1963 das Dachgeschoss der Hütte ausgebaut und im Mai 1964 der 40. Geburtstag der Ortsgruppe gefeiert. Sogar Altministerpräsident Dr. Wilhelm Högner nahm an den Feierlichkeiten teil.

In diesem Jahr erfolgte auch der Ausbau des Weges von Algertshausen zur Hütte. 1966 wurde ein Zimmer im “Oberen Turm” in Aichach ausgebaut, in dem später die Jugendgruppe ihr Domizil hatte.

Konrad Mitterhuber wurde als Naturschutzreferent in den Landesausschuss der  Bayerischen Naturfreunde gewählt.

Immer mehr erholungssuchende Aichacher und auswärtige Gäste besuchten das Naturfreundehaus, ein Anbau an die heutige alte Hütte wurde in Angriff genommen.

Mitterhuber´s Erfindung der “Wandertage” stellte eine gute Einnahmemöglichkeit zur Finanzierung des Anbaues dar, der 1967 begonnen wurde. Im selben Jahr fand der 1. Augsburger Wandertag “Rund ums Grubet” mit 1500 Teilnehmern statt. 1968 wurde daraus der 1. Naturfreundewandertag mit 2500 Teilnehmern.

1969 wurde auch die Vereinssatzung neuzeitlicheren Erfordernissen angepasst. Der Verein trägt ab jetzt den Namen

Touristenverein “Die Naturfreunde” Verband für Touristik und Kultur.

1970 - 1980

1970 nahmen bereits 5000 Wanderer am Osterwandertag teil. Bei der vierten Hütte wurde Hebauf gefeiert, die Jugendgruppe erfreute sich unter der Leitung des heutigen 1. Vorsitzenden, Erich Hoffmann, zunehmender Beliebtheit.

Nach einer Bauzeit von 2 Jahren wurde am 05.09.1971 der Erweiterungsbau des Naturfreundehauses eingeweiht. In ca. 5800 Arbeitsstunden und mit einer Bausumme von DM 100 000 .—war ein gelungener Bau entstanden, der auch den notwendigen sanitären Erfordernissen entsprach.

Viele tausend Wanderer marschierten in diesen Jahren durch unsere heimischen Wälder und Fluren.

Auf Antrag der Naturfreunde Aichach wurde 1971 das Hochmoor “Silberbrünnerl” unter Landschaftsschutz gestellt, ein wichtiges Ereignis um die Bemühungen im Rahmen des Naturschutzes.

Mit dem Anschluss an die zentrale Wasserversorgung der Magnusgruppe am 15.04.1972, war ein weiterer Pluspunkt zu moderner Hausverwaltung geschafft. Dazu mussten 1600 Meter Rohrleitungen verlegt werden.

Ein Ende der Gasbeleuchtung brachte dann der Anschluss an das öffentliche Stromnetz  1 Jahr später.

Auch die Freizeitangebote des Vereins wurden erweitert. Der erste Skikurs wurde durchgeführt. Edi Grodl absolvierte seine Prüfung zum Oberstufenskilehrer.

Um interessierte Skifahrer mit günstigen Ausrüstungsgegenständen zu versorgen, wurde 1976 der erste Skibasar veranstaltet, der seit dem regelmäßig vor der Wintersaison stattfindet.

Auch in anderen Bereichen machten die Naturfreunde Aichach auf sich aufmerksam. Ein voller Erfolg wurde die Ausstellung “Unsere Umwelt” in Friedberg.

Für die Kinder wurde ein Spielplatz am Vereinsgelände errichtet.

Die Durchführung der ersten Skigymnastik, die Beteiligung am Sorgenkindercup und Jugendfreizeitprogramm sowie die Organisation der ersten Autobildersuchfahrt waren Highlights des Jahres 1977.

1978, wieder ein sehr wichtiges Jahr in Sachen Umweltschutz.

Die geplante 380-KV-Hochspannungsleitung, die durch den Grubetwald gelegt werden sollte und das geplante Atomkraftwerk in Rehling treibt die Verantwortlichen des Vereins auf die Barrikaden.

Für sein Wirken und seine Verdienste, weit über die Grenzen des Vereins hinaus, erhält Konrad Mitterhuber das Bundesverdienstkreuz.

Die Wintersportgruppe zieht 2000 Skibegeisterte an. Die Natur- und Heimatkundegruppe erweitert ihre Erkundungsbereiche. Eine geologische Fahrt in die Toskana wird durchgeführt. Großen Erfolg verbuchte die Fotogruppe beim Bezirks- und Landesentscheid.

1980 - 1990

1981 verzeichnete der Verein bereits 400 Mitglieder. Ständig war man bestrebt die Hütte in Schuss zu halten. Sogar für den Blumenschmuck wurde die Ortsgruppe mit dem 2. Landkreispreis belohnt. Inzwischen konnte Konrad Mitterhuber bereits sein 25jähriges Vorstandsjubiläum feiern, wofür er mit dem Landkreisorden ausgezeichnet wurde.

Das Naturschutzgebiet “Silberbrünnerl”, dessen Erhalt für die Nachwelt dem Verein sehr am Herzen lag wurde gekauft und 1982 den Naturfreunden überschrieben. Bereits 30 Jahre besteht die Fotogruppe.

In den Jahren 1983 und 1984 machten die Naturfreunde Aichach durch zahlreiche Teilnahmen an sportlichen Veranstaltungen, wie Bayerische Meisterschaften der Naturfreunde im Langlauf, im Fußball und im Hallenfußball, auf sich aufmerksam. Der Plan zum Bau des Jugendheimes wurde genehmigt.

1985 wurde die Palette der Fachgruppen um die Kanugruppe erweitert, die seit dem von Stephan Andreas Schmidt betreut wird. Bei einem Tag der offenen Tür konnten sich interessierte Gäste über die Naturfreunde Aichach informieren.

Nach über 30jähriger Vorstandschaft übergab Konrad Mitterhuber 1987 sein Amt an Inge Port.

In den Jahren 1988 - 1991 wurde wieder kräftig renoviert. Die Küche wurde erweitert und neu gestaltet. Der Altbau bekam neue Fenster und wurde außen neu verputzt. Ein Gastank wurde installiert. Der kleine Lagerschlafraum erneuert. Im Waschraum wurden neue Duschen und für die Heißwasserbereitung ein Durchlauferhitzer eingebaut. Auch die Selbstversorgerküche wurde neu gestaltet.

1990 - 1999

Seit 1991 besuchen regelmäßig Studenten der TU München unser Vereinsheim, um im Grubetwald Vermessungsarbeiten durch zu führen.

1992 feierte die Fotogruppe ihr 40jähriges Bestehen. In Sachen Renovierung wurde diesmal der Neubau in Angriff genommen.

1993 wurde Erich Hoffmann zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Im Rahmen der Sanierung des Neubaues wurden alle Schlafräume isoliert, neue Holzdecken eingezogen und neue Möbel angeschafft.

In diesem Jahr hatten auch Ballonfahrer unser schönes Vereinsgelände als Treffpunkt auserkoren. Aus nah und fern kamen Gäste zum Naturfreundehaus. Ein unvergessliches Erlebnis war sicher für jeden Zuschauer das Ballonglühen am Abend.

1994 wurde die Ortsgruppe 70 Jahre alt. Der Aufenthaltsraum des Neubaus bekam Isolierglasfenster, die Sanitärabflüsse des Hauses wurden erneuert.

Zum 100jährigen Bestehen der Naturfreunde-Organisation überbrachte die OG-Aichach 1995 eine Stafette an die Nachbarortsgruppe Gersthofen. In der Sparkasse Aichach wurde zu diesem denkwürdigen Anlass eine Ausstellung organisiert.

Das Vereinsgelände wurde mit einer Buchenhecke eingefriedet . Im Rahmen eines Familienfestes wurde auch erstmals am 1. Mai ein Vereinsmaibaum aufgestellt. Zur Freude der Kinder wurde der Spielplatz saniert und um ein Karussell und eine Rutsche erweitert. Ebenso wurde eine Allwetter-Tischtennisplatte aufgestellt.

1996 wurde der große Schlafraum des Altbaues sowie Treppenaufgang und Hauseingang in Angriff genommen. Der Dachstuhl des Altbaues musste erneuert werden, damit das Dach isoliert werden konnte.

Erstmals gab es in diesem Jahr auch ein fachgruppenübergreifendes Jahresprogramm, das seit dem ein wertvolles Mittel zu umfassender Information der Mitglieder und Interessenten von außerhalb darstellt.

In all den Jahren wurde dabei die Fachgruppenarbeit niemals vernachlässigt, wie ein Auszug von 1997 beweist.

50 Mitlieder radeln ins Altmühltal, die Plattler erfreuen sich über regen Nachwuchs, die Bergsteiger bezwingen Viertausender, die Kanuten sind auf vielen Bächen unterwegs und die Schifahrer bezwingen sogar die Allgäuer.

Auf 25 Jahre konnte 1998 die Wintersportgruppe zurückblicken. Das Bayerische Meer, der Chiemsee war Ziel von 45 radbegeisterten Naturfreunden. Eine Exkursion der Natur- und Heimatkunde-Fachgruppe führte in das Elbsandsteingebirge und den Spreewald.

Im Vereinshaus wurde die Bundesfachgruppen-Konferenz der Kanuten abgehalten.

In diesem Jahr wurde auch eine neue Idee geboren. Durch das Grubet soll  ein Walderlebnispfad erstellt werden, der durch ein Informationspavillon auf unserem Vereinsgelände ergänzt werden soll. In Zusammenarbeit mit Stadt, Kreis und Verein soll dadurch ein wichtiger Beitrag zum Kennenlernen unserer heimischen Wälder geleistet werden.

Lange vor Beginn des Jahres 1999 formierte sich bereits ein Festausschuss zur Organisation der 75-Jahrfeier, die das absolute Highlight des Jahres 1999 darstellen sollte.

Die Einstimmung auf die große Feierlichkeit fand in der Sparkasse Aichach statt. Am 07.05.99 wurde dort eine Jubiläumsausstellung unter dem Thema “Mit den Augen der Naturfreunde gesehen” eröffnet. Zahlreiche Gäste konnten sich einen Einblick über Fachgruppenarbeit sowie über Naturschönheiten aus Tier- und Pflanzenwelt verschaffen.

Vom 18. - 20.06.99 stand das große Treffen für alle Mitglieder, Freunde, Bekannte, Gönner, Familien, usw. auf dem Programm. In einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion wurden an diesen 3 Tagen ca.4000 Besucher verköstigt . Zahlreiche Veranstaltungen, wie Sonnwendfeier, Feldgottesdienst, Auftritt von Musikgruppen im Zelt, Spiel ohne Grenzen, Kletterwand, Infostand der Kanuten, Radparcours der Wintersportgruppe, trugen zum tollen Gelingen bei.

Durch eine groß angelegte Werbekampagne, mittels einer Zeitungsbeilage, ist dem Verein ein Topereignis gelungen.

Zum Geburtstagsfinale gab es dann einen Festabend in der TSV-Turnhalle. Der 1. Vorsitzende, Erich Hoffmann, konnte unter den ca. 300 Gästen den Schirmherrn, Naturfreunde-Mitglied und 1. Bürgermeister der Stadt Aichach, Klaus Habermann, den Festredner und ehemaligen Umweltminister, Dr. Thomas Goppel, MDL, Christian Knauer, Landratsstellvertreter Edgar Hegler, den 1. Vorsitzenden des Naturfreunde-Landesverbandes, Reiner Kasperbauer und den Naturfreunde-Bezirksvorsitzenden, Peter Koch begrüßen.

In der Festrede sprach Dr. Thomas Goppel den Aichacher Naturfreunden Lob und Anerkennung für die hervorragende Vereinsarbeit aus. Zahlreiche Vertreter aus städtischen Vereinen und befreundeter Ortsgruppen überbrachten Grußworte und Geschenke.

Pfiffige Gag´s des Zauberers Magic Tom und harmonische Klänge des Mandolinen- und Gitarrenorchesters Staffelstein bescherten den Gästen einen kurzweiligen und unterhaltsamen Festabend.

Silvester 1999. Anlässlich des Millenniums hatten die Aichacher-Zeitung und die Stadt Aichach eine tolle Idee. Im Park des Heimatmuseums wurde ein Jahrtausendweg angelegt. Die nötigen Pflastersteine konnten von interessierten Bürgern zu je DM 50,-- gekauft und selbst gestaltet werden. Der Erlös kam einer eigens dafür gegründeten Bürger-Stiftung zugute. Auch die Aichacher Naturfreunde beteiligten sich an der guten Sache und verewigten sich mit einem Pflasterstein.

2000 - 2004

In der Jahreshauptversammlung im Januar 2000 wurde die Fachgruppe Musik unter der kommissarischen Leitung von Reiner Tiroch aus der Taufe gehoben. Die zwei Gitarren, die der Verein anlässlich der 75-Jahr-Feier geschenkt bekam, bildeten  einen guten Grundstock für die im Aufbau befindliche Gitarrengruppe.

Im März 2000 stand die Verwirklichung der Planungen zum Walderlebnispfad auf dem Programm. Geboren aus einer Idee des Leiters des Forstamtes, Helmut Graf, des Bürgermeisters der Stadt Aichach, Klaus Habermann und des 1. Vorsitzenden der Naturfreunde Aichach, Erich Hoffmann, wurde ein Natur-Erlebnisweg durch den Grubetwald mit ca. 1,5 km Länge mit 20 Tafeln zu den Themen Natur und Wald angelegt. Für die Besucher wurde ein Parkplatz für ca. 60 Autos geplant, der, gefördert durch die Stadt Aichach, in Eigenregie der Naturfreunde entstand.

Die ursprüngliche Planung, den Bau des Parkplatzes in der benachbarten Wiese auszuführen, wurde von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes nicht genehmigt. Unser Nachbar, Georg Lechner, erklärte sich bereit ein Stück Wald für den Parkplatz zur Verfügung zu stellen.

Damit war eine gute Symbiose für die Nutzung des Rundweges und ein Besuch unseres Naturfreundehauses geschaffen. Der Walderlebnispfad stellt eine große Bereicherung des Aichacher Naherholungsgebietes „Grubetwald“ dar und bietet auch Schulklassen aus der Region eine gelungene Möglichkeit Unterricht sinnvoll zu gestalten.

Ebenfalls im März gab es ein Comeback der Naturfreunde-Tischtennismeisterschaften. Nach 20jähriger Pause wurde diese sportliche Kategorie wieder zum Leben erweckt und erfreute sich spontan reger Teilnahme.

Erstmals schaute auch der Osterhase bei den Naturfreunden vorbei. Anlässlich der Ostermontagswanderung überbrachte er den Jüngsten des Vereins süße Überraschungen. Die Suche nach den versteckten Süßigkeiten war eine besondere Freude für die Kinder.

Im August gab es dann ein Highlight für die Jugend, ein Lagerwochenende in Weitenwinterried. Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren trafen sich zu Spielen und gemütlichem Zusammensein am Lagerfeuer.

Nach langer Zeit wiederbelebt wurde im September die Radelbildersuchfahrt. Unter dem Motto „Kennst du deine Heimat“ trafen sich zahlreiche Teilnehmer. Vielseitig war Wissen und Geschicklichkeit gefragt.

Der Tag der Regionen stand im Oktober auf dem Terminkalender. Die Naturfreunde waren mit einem Info-Stand auf dem Stadtplatz vertreten. Im Rahmen dieses Tages gestaltete das Mandolinen- und Gitarrenorchester Staffelstein den Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche. Bereits am Vortag konnten die Besucher des Erntedankkonzertes im Pfarrzentrum Aichach eine frohe Mischung aus Konzert- Schlager- und Volksmusik, gewürzt mit fränkischen Sprüchen, erleben.

Dass ein Verein auch ständigen Veränderungen unterworfen ist, zeigte die Generalversammlung im Januar 2001. Fachgruppenleiter scheiden aus, neue kommen dazu. Leider musste diesmal zur Kenntnis genommen werden, dass für den Bereich Umwelt- und Naturschutz keine eigene fachliche Betreuung gefunden werden konnte. Diese Aufgabe fiel wieder dem 1. Vorsitzenden zu.

Hin und wieder sind auch am Haus Neuerungen erforderlich. So hatte sich die Vorstandschaft entschlossen dem Schlüsselwirrwarr durch eine neue Schließanlage ein Ende zu bereiten.

Am 28. April 2001 fand die feierliche Einweihung des Walderlebnispfades statt. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten die Aichacher Jagdhornbläser und der Chor der Grundschule Aichach-Nord. Das Maskottchen „Aichi“ konnte nun seines Amtes walten und die Besucher zu den einzelnen Stationen begleiten.

Zur Sommersonnenwende am 22.06.2001 spielte erstmals die Musikgruppe unter der Leitung von Reiner Tiroch das „Flamme empor“.

Eine neue Variante der Unterhaltung hatte sich die Jugend ausgedacht. Sie lud im August zum ersten Open-Air-Kino ein.

Erstmals wurde am Vereinshaus am Grubet am 23.Dezember eine Wintersonnenwende veranstaltet. Bei Fackel- und Laternenumzug für die Kinder und anschließend Glühwein, Bratwurst und Strauben erfreuten sich weit über 500 Gäste. Auch Schwedenfeuer und Waldhornbläser trugen zum inneren und äußeren Wohlbefinden der Besucher bei.

Wie immer in der Winterzeit sind die Skifahrer aktiv. Bereits seit Jahren sind sie bei Stadt-, Kreis- NF-Bezirks-, NF-Landes- und NF-Bundesmeisterschaften sehr erfolgreich und holten zahlreiche Titel für die Ortsgruppe. Wie erfolgreich die Jugendarbeit in der Wintersportgruppe ist, zeigen auch hier die zahlreichen Erst- und Zweitplatzierungen.

Das Frühjahr 2002 brachte eine neue Nachbarschaft. Auf der gegenüber liegenden Wiese wurde der Lehrbienenstand der Imker errichtet. Das brachte so manchen Gemütszustand zum Kochen. Wurde doch den Naturfreunden vom Landratsamt verwehrt ihren Parkplatz auf dieser Wiese zu errichten.

Einem Anschluss an die bestehende Kläranlage wurde aus Kapazitätsnot nicht zugestimmt. Anfängliche Ängste, die Gäste würden durch vermehrt herumfliegende Bienen bedroht, konnten durch fachkundige Aufklärung ausgeräumt werden.

Im Fasching lud die langjährig bewährte Faschingsgesellschaft der Naturfreunde, die „Bleibhockia“ wieder zum Faschingsball ein. Mit ihren deftigen Pointen und Gags gelingt es ihnen immer wieder so manche Begebenheit aus dem Ortsgruppenleben zu karikieren.

Im März beschloss der Ausschuss die längst erneuerungsbedürftigen Lampen im Neubau des Naturfreundehauses auszuwechseln. Mit neuen Gardinen und modernen Lampen wurde ein sehr ansprechendes Ambiente für unsere Gäste geschaffen.

Im Mai 2002, am Tag des Waldes, wurden auf dem Parkplatz die bayerischen Waldarbeiter-Meisterschaften ausgetragen. Die Routiniers der Naturfreunde übernahmen die Bewirtung der Teilnehmer und Gäste. Gleichzeitig konnte auch der Info-Pavillon seiner Bestimmung übergeben werden.

Auch Radfahren erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Schon im vergangenen Jahr brach eine 12köpfige Radlergruppe von Passau nach Wien auf, im Herbst erkundete man den nördlichen Landkreis bei Pöttmes und im Mai 2002 begaben sich die Radler auf eine 40 Km Tour an der Isar entlang.

Juni 2002, die Fotogruppe feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Jubiläumsausstellung im Info-Pavillon konnte der Fachgruppenleiter, Peter Weichenberger auch Bürgermeister Klaus Habermann begrüßen. Die Ausstellung erlaubte Einblicke in verschiedenste Interessensgebiete der Naturfreundefotografen. Der Bogen reichte über Heimat-, Reise- und Landschaftsfotografie bis hin zu Bildern aus Flora und Fauna.

Ein besonderes Schmankerl bereiteten Alphornbläser aus Baar den Gästen der Sommersonnenwende. Schon viele Jahre ist diese Veranstaltung ein Anziehungspunkt für viele Gäste aus der Umgebung, die gerne zu einem gemütlichen Abend ans Sonnwendfeuer kommen.

Auch die Kanuten nutzten den längsten Tag des Jahres und starteten mit Augsburger Naturfreunden zu einer 2-Tage-Sonnwendfahrt auf der Donau. Neben Paddelfahrten, wie nach Vilshofen, übten die Naturfreundekanuten aber auch in richtig wildem Wasser in den französischen Hochalpen.

Ende September erlebten unsere Berliner-Naturfreunde-Gäste eine ungewöhnliche Wetterkapriole. Erster bayerischer Schnee. Völlig überrascht von den plötzlichen Wetteränderungen wurde kurzerhand eine Schneeballschlacht auf die Tagesordnung gesetzt. So bieten sich unseren Gästen vielseitige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die unsere Berliner-Naturfreunde bereits seit 50 Jahren zu schätzen wissen.

Im Rahmen des schon traditionell durchgeführten Dreikampfes zwischen Naturfreunden und Sportvereinigung Unterschneitbach wurde 2002 auch eine Fußballmeisterschaft angegliedert. Neben dem Sieg im Dreikampf konnten die Naturfreunde auch den Wanderpokal im Fußball gewinnen.

Dem Fachgruppenleiter, Joe Brugger und seinen Helfern ist es zu verdanken, dass sich aus diesen sportlichen Aktivitäten eine richtig gute nachbarschaftliche Freundschaft entwickelte, deren Neuauflage schon mit Vorfreude erwartet wird.

Um für die Vereinsverwaltung mehr Platz zu bekommen und die Unterlagen einigermaßen zentral aufzubewahren, wurden für das Geschäftszimmer neue Möbel angeschafft. Ebenso wurde der Wunsch der Frauen umgesetzt und am Parkplatz ein Bewegungsmelder angebracht.

Was Neues hatte sich der 1. Vorsitzende für die Kinder ausgedacht. Das erstmals durchgeführte Martinsfest war ein großes Hallo. Bei Martinsspiel und Laternenumzug unter Begleitung des Heiligen Martins auf dem Pferd, erstrahlten die Kinderaugen. Rund 500 Kinder und Erwachsene waren zum 1. Martinsfest gekommen. Kleine Martinsgänschen, die liebevoll von Naturfreunde-Muttis gebacken wurden, durften die Kinder mit nachhause nehmen.

In der Generalversammlung im Januar 2003 stand eine wichtige Satzungsänderung zur Abstimmung. Einmal musste eine Anpassung an die Forderungen des Finanzamtes erfolgen, aber auch der „§ 19 Auflösung des Vereins“ stand zur Debatte.

Der § 19 wurde so formuliert, dass nach Auflösung des Vereins das Vermögen der Stadt Aichach zufällt, die es für gemeinnützige Zwecke verwendet.

Die anwesenden Mitglieder stimmten einstimmig für die Änderung der Satzung.

Im Bereich Fachgruppen gab es einige Änderungen.

Computer- und Internetinteressierte haben sich zu einer neuen Fachgruppe unter dem Namen „Hütt´n Webler – Neue Medien“ zusammengefunden. Die Aufgabe des Webmasters hat Jürgen Blank übernommen und im Ausschuss wird die Gruppe durch Richard Haas vertreten. Vorrangig wird sich die Gruppe mit der Pflege der Naturfreunde-Internet-Seite beschäftigen. Alle Interessenten können unter der Internetadresse www.Grubetfreunde.de zahlreiche Informationen einholen.

Auch die Gestaltung des Jahresprogramms liegt in ihren Händen.

Leider konnten die Fachgruppen „Foto“ und „Heimat- und Naturkunde“ nicht mehr besetzt werden. Peter Weichenberger stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung.

Stefan Trometer kündigte Einschnitte in der Jugendarbeit an. Durch Studium und auswärtige Unterbringung sei es ihm und seinen Helfern zurzeit nicht möglich Aktionen für die Jugend durchzuführen.

Im März 2003 ergaben sich wieder Veränderungen in unserer Fachgruppenlandschaft. Peter Greifenegger hat sich erfreulicherweise bereit erklärt die Leitung der neuen Fachgruppe „Aktive Familie“ zu übernehmen. Er will zunächst versuchen die Familien durch Information auf geeignete Veranstaltungen aufmerksam zu machen und ein oder zwei Aktionen anbieten.

Es wurde die Chance erkannt, gerade im Bereich Familien, dauerhaft Mitglieder zu gewinnen. Die Vergangenheit hat uns vielfach gezeigt, dass Kinder, die bereits mit ihren Eltern Naturfreunde-Mitglieder waren, auch ihre Kinder wieder als Mitglieder anmelden.

Auch die Skijungend hat durch ihre intensive Betreuung die von Christian Oberhauser und Peter Lerchl ausgeht, eine starke Gruppenbindung erreicht. Damit sich die Gruppe nicht nur zur Winterszeit trifft, haben sie im Frühjahr einen Hausdienst übernommen.

Der wunderschöne Sommer hat für die Gruppe „Aktive Familie“ und „Kanu“ ein tolles Erlebnis gebracht. Einige Familien mit ihren Kindern haben sich zum Paddeln am Radersdorfer Baggersee getroffen. Unter der fachkundigen Anleitung der Kanuten wurde den Teilnehmern das Paddeln gezeigt. Allen hat es großen Spaß bereitet und eine Wiederholung im nächsten Jahr wurde vereinbart. Eine Reihe der Kinder traf sich danach noch regelmäßig zum Paddeltraining.

Der Vereinsausflug im August führte die Teilnehmer nach Friedrichshafen und Meersburg. Die Besucher konnten im Seeaquarium „Sea Life” die heimische Unterwasserwelt und den faszinierenden Unterwasserlebensraum des Mittelmeeres bestaunen. Der Affenberg bei Salem war als weiteres Ziel ausgewählt. Die Berber-Affen werden in einem Freigehege gehalten und tummeln sich auf den Wegen oder unter den Bäumen. Das mitgebrachte Popkorn wurde von den Affen direkt aus den Händen genommen und hautnah vor den Besuchern verspeist. Auf dem Heimweg wurde in Bad Dürrheim ein Bade- und Brotzeithalt eingelegt.

Große Sorgen bereitete der trockene Sommer. Der Borkenkäfer machte auch unseren Bäumen am Vereinsgelände schwer zu schaffen. Ca. 25 stattliche Fichten entlang unserer Grundstücksgrenze mussten dadurch gefällt werden.

Das Feuertheater des TSV-Altomünster war eine besondere Attraktion der Winter-Sonnenwende am 20. Dezember. Mit der Lichtakrobatik wurde den Gästen ein interessantes Schauspiel in der Dunkelheit geboten.

Gesetzliche Änderungen werfen ihre Schatten voraus. Neue Bestimmungen machen es erforderlich, dass die Hauskläranlage bis 2005 erneuert wird. In den vergangenen Monaten wurde bereits der Plan einer 5-Kammer-Kläranlage angefertigt und zur Genehmigung ins Landratsamt weitergeleitet. Im Frühjahr 2004 kann mit dem voraussichtlichen Baubeginn gerechnet werden.

Zu Beginn des Jahres 2004 wurde auch wieder eine Hausordnung beschlossen.

Der Rücktritt von Reiner Tiroch von der Leitung der Fachgruppe Musik musste mit Bedauern entgegen genommen werden. Aus gesundheitlichen Gründen war es ihm nicht mehr möglich die Leitung weiterzuführen.

Erstmals war am 19.Februar auch zum Weiberfasching eingeladen. Eine zünftige Idee die im nächsten Jahr auf alle Fälle wiederholt werden soll. Männer waren nicht zugelassen, außer zum Arbeiten.

Die Landesverbandssitzung warf ihre Schatten voraus. Zunehmender Unmut macht sich bei den Mitgliedern breit. Bereits in der letzten Bundesversammlung wurden Anzeichen spürbar die Selbstständigkeit der Ortsgruppen zu unterbinden. So ist ein zentraler Beitragseinzug geplant. Ein Beschluss zur Namensänderung kam unter grotesken Umständen zustande. Der Umzug der Bundesgeschäftsstelle nach Berlin hatte hohe Kosten verursacht. Eine Insolvenz konnte nur durch Hilfe der Landesverbände abgefangen werden.

Eine Finanzierung der Feier zu „100 Jahre Naturfreunde Deutschlands“ erscheint nur durch permanente Spendenaufrufe und Budget-Streichungen durch die Landesverbände nach unten, möglich zu sein. In der letzten Bezirksversammlung wurden Beitragserhöhungen angekündigt, die eine erhebliche Anhebung unseres Ortsgruppenbeitrages zur Folge hätten.

Die Aichacher Naturfreunde sind nicht gewillt diesen Forderungen zuzustimmen. Nach eingehender rechtlicher Prüfung erwägt die Vorstandschaft sogar einen Austritt aus dem Verband. Die Mitglieder bekundeten bereits in einer einstimmigen Abstimmung zur Satzungsänderung ihre Zustimmung zu dieser Vorgehensweise. Die Satzung der Naturfreunde Aichach wird nicht an die Landesverbandssatzung angepasst.

Trotz turbulenter Zeiten feierte die Ortsgruppe ihren 80jährigen Geburtstag im Gasthaus Wagner in Untergriesbach. Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Erich Hoffmann wurde für seine Verdienste in 36 Jahren Ehrenamt und davon über 11 Jahre 1. Vorsitzender geehrt.

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